02 - 🇧🇦 Bosnien-Herzegowina - Impressive Nature - 24.09.2025 - 30.09.2025

Veröffentlicht am 2. Oktober 2025 um 12:21

Wir starten den Morgen mit einem Einkauf beim Spar, der in Sichtweite von uns ist. Nach dem "Einkaufs-Tetris" (alle Einkäufe im MIMOG versorgen), geht es weiter Richtung Velika Kladuša. Die Fahrt auf den slowenischen Strassen bringt viele neue Eindrücke. Kurz vor der Grenze zu Kroatien finden wir einen tollen Platz am sonnigen Waldrand.

Der Morgennebel verzieht sich rasch und wir besuchen eine Wäscherei in Karlovac 🇭🇷. So ganz sauber ist der  Laden grad nicht, aber für unsere Klamotten reicht das allemal 😂. Nach dem Trockner duftet alles wunderbar fein 🤭 und wir reisen weiter Richtung Bosnien.

An der Grenze zu Bosnien reihen wir uns brav in die LKW Spur ein und stellen den Motor ab. Nach einigen Minuten des Wartens holt uns ein Beamter auf die Reisebus-Spur, Kroatien wie Bosnien kontrolliert Reisepass und  Fahrzeugpapiere und 20 Minuten später sind wir bereits in Velika Kladuša. Martin kümmert sich um eine SIM-Karte für unseren WLAN-Router. Das geht ganz einfach über die Bühne, kein Pass oder persönliches Dokument wird hier benötigt 😎.

Auf der Suche nach einem geeigneten Stellplatz müssen wir uns erst an bosnische Gegebenheiten gewöhnen. Google Maps Einträge gibt es eher wenige, so fahren wir Hügel rauf, Hügel runter, kehren wieder, versuchen eine andere Strasse und so weiter. Nach ein paar Versuchen parken wir auf einem Hügel auf einer Picknickwiese ein.  Tiere füttern, Hund bewegen, kochen, essen und Bier trinken .....  🍻

🐈 Milo macht uns etwas Sorgen, er pinkelt zu oft hintereinander mit mässigem Erfolg. Wir vermuten eine Harnweg- oder Blaseninfektion und beschliessen es mit einem Breitband-Antibiotikum zu versuchen. Da Katzen da nicht so einfach sind, panieren wir mit dem pulverisierte Medikament Frischfleisch und bestechen Milo zusätzlich mit seinen Lieblingsleckerli. Es klappt, nach 2 Tagen ist Ruhe auf dem Katzenklo eingekehrt. 👏🏻😺

Es ist ein feuchter Sonntagmorgen und der ganze Tag bleibt regnerisch. Nach dem Tanken (€ 1.21/ L Diesel 🤗) kaufen wir eine weitere SIM-Karte. Die erste funktioniert nicht richtig. Martin setzt die neue Karte ein und siehe da, läuft! Der Fahrer kann die Vorgänge in der Wohnkabine überwachen 😂, eigentlich gehts aber um die Tiere, die während der Fahrt hinten sind 🤭.

Die Strasse führt uns entlang dem Fluss Una. Klares Wasser, schroffe Felsen: eigentlich auch ein schöner Fluss zum Paddeln. So manch einer hat sich hier ein schönes Feriendomizil gebaut 😁.

Immer wieder treffen wir auf Memorials vom Krieg. Es ist für uns eine Erinnerung an die Zeit von Elend und Leid, aber auch an die Gegenwart, da viele hier mit AUT, D und CH Kennzeichen ihren Urlaub für die Arbeiten an den eigenen Häusern verwenden. 

Unser Ziel heute ist ein Denkmal und eine Ruine eines verlassenen Hotels. Bald biegen wir auf die Strasse R407 ab, die dem Anschein nach, nicht mehr so viel benutzt wird. Es geht durch dichten Mischwald und die Sicht wird immer schlechter. 

Im Nebel taucht ein verlassener Parkplatz auf, welcher mit der Karte übereinstimmt. Der Nebel ist so dicht, dass  im ersten Anlauf das verlassene Hotel gar nicht zu sehen ist, obwohl es direkt vor unserer Nase steht 🙈. Es ist so feucht, dass es von den Bäumen tropft. Die Stimmung ist mystisches, surreal und für Gerlinde gruselig. Aus dem LKW ist sie nicht mehr ausgestiegen 😱🤣, Morgen soll es ja besser Wetter sein.

Als wir aufwachen ist der Nebel gefühlt noch dichter als gestern. Nach 20 Schritt weg von MIMOG ist der Truck verschwunden im Nebel. Wir streichen die Besichtigung vom Hotel und machen uns auf die Suche nach dem Denkmal. Die Waldstrasse bis dorthin ist gerade breit genug 😝 und Gerlinde muss nicht durch den gruseligen Wald spazieren.

Wir haben gelesen, dass auf diesem Gebiet während des Zweiten Weltkriegs ein großen Partisanenkrankenhauses von 1942–1943 mit 19 Gebäuden auf 2732 m² stand. Nach dem Krieg wurde hier ein Gartenkomplex mit einem Gedenkobelisken, einem Brunnen und Gräbern für 316 gefallene Soldaten errichtet, der Ende der 1970er Jahre durch das monumentale Denkmal „Revolution“ ersetzt wurde. Seit den 1990er Jahren wurde das Gebiet durch Kriegsaktivitäten vernachlässigt und verwüstet.

Zurück auf der Hauptstrasse stellt sich die Frage -  sollen wir zurück oder weiter auf der R407. Wir fahren weiter und schon bald ist es nur noch eine Schotterstrasse, die tiefer und tiefer in den Wald führt. Erst wenn es tiefer Schlamm wird und die Äste zu tief hängen drehen wir um 🤔. Und so fahren wir mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 10 km/h 45km durch dichten Mischwald. Mal mit Hilfe des 4x4, mal ohne.

Es geht bergauf und bergab, enge Durchfahrten zwischen Felsen, auf teilweise von Hand gefertigten Strassendecken durch den Wald. Wir finden eine Gedenkstätte vom Bosnienkrieg und eine Gruppe Jäger beim grillen🤗. 

Nach Stunden im Wald erreichen wir doch tatsächlich eine Hochebene mit Blick auf überwachsene Karstlöcher. Alle sind zufrieden und müde von der vielen Waldluft 🤣! Welche Wege wir genützt haben wissen wir nicht, es ist keine Karte zu finden die stimmt. Hier wird viel Holz raus geliefert und vermutlich sind viele Wege nicht erfasst 😎.

Die Belohnung des Tages: der geliebte Heidelbeer-Likör aus Slowenien und Biskuits von Wander aus der Schweiz (Danke an Simone 👍🏼)

Auf der Weiterfahrt nach Jajce scheint die Sonne. In Mlinčići bewundern wir die vielen kleine Mühlen die noch aus der österr. ungarischen Monarchie stammen. Unzählige Enten sind ebenfalls vor Ort und geniessen das glasklare Wasser. 

Im nahen Jajce schauen wir uns die Wasserfälle an und steigen danach zur Burg hoch. Als wir an der Burgmauer herunterschauen fällt uns ein kleiner unbefestigter Weg auf, der zur alten Stadtmauer führt. Klar, den müssen wir erkunden! Die Treppe der Stadtmauer ist steil und die Stufen sind kurz. Am Ende der Mauer spazieren wir Richtung Altstadt und geniessen in einem Café die Sonne. Der anschliessende Einkauf im grossen Supermarkt "Bingo" ist günstig und bietet alles was das Herz begehrt!

Unseren Schlafplatz sehen wir von der Burg aus, wir suchen die zwei Kreuze auf der Karte und Martin navigiert perfekt auf diesen Hügel. Die Piste wird kurz vor Schluss doch noch recht eng und holprig🙈. Die Überraschung, auf dem Hügel steht eine schöne Schaukel 🤩. Kurz vor Sonnenuntergang taucht eine Gang Jungs mit den Enduros 🏍️ auf, drehen ein paar Kreise, rauchen eine und flitzen wieder ins Tal. 

Dichter Nebel beim Aufstehen, Sonne bei der Abfahrt. Unser Plan ist heute die Hälfte der Strecke nach Mostar zu fahren und auf einem Campingplatz am Ramsko See (Ramsko jezero) zu übernachten. Wenige Kilometer vor dem Ziel sieht Gerlinde eine Schotterstrasse, die sich den Berg hinauf windet. 

Es hat kein Badewetter, für an den See, aber genug Fernsicht für oberhalb des Sees. Auf der schönen Schotterpiste nach oben begegnen uns Motorradfahrer auf ihren Cross-Maschinen, eine Gruppe Tschechischer  Geländewagenfahrer, ein paar Einheimische mit ihren Pick Up´s und ein 3 Achs-Lkw mit einer Ladung Holz 😎.

Der Schlafplatz hat eine tolle Aussicht auf den Ramsko Stausee und die Berge. Zum z´nacht gibt es Tortillas😋.

.... und da es Milo wieder gut geht, darf er auch nach  draussen  😎.


Die Gefahr der Minen ist hier allgegenwärtig. Gemäss HomePage des Mine Action Centers in Sarajewo gibt es zurzeit 15 Unfälle durch Minen pro Monat. Während der ganzen Reise kontrollieren wir auf der App des Mine Action Centers ob Minen in der Nähe sind. 

Der Kartenauschnitt zeigt an, wie weit weg sich das nächste, nicht geräumte Minenfeld befindet.  Der Blaue Punkt ist unser Standort und die Linie gibt die Richtung zu Minenfeld an. Auch schauen wir uns das Gelände welches wir betreten möchten, vorgängig an, ob frische Spuren von Tieren, Menschen oder Fahrzeugen oder sogar Warntafeln/Bänder vorhanden sind. Das sind auch gute Indizien, ob das Gelände minenfrei ist.