14 - 🇲🇪 🇧🇦 🇭🇷🇸🇮🇮🇹🇨🇭🇩🇪🇦🇹 - On the way back home - 17.12.25 - 28.12.25

Veröffentlicht am 30. Dezember 2025 um 19:16

Wir fahren Richtung Trebinje. Die Besichtigung des Städtchens fällt wortwörtlich ins Wasser. Es regnet, ist neblig, kalt und darum streichen wir den Rundgang. Unser Ziel ist Ston, eine kleiner Ort im Süden Kroatien´s. Die Fahrt dorthin vergeht wie im Flug 🤭😂.

Die verschiedenen Grenzübertritte verlaufen problemlos, gegen 1500 erreichen wir Ston. Kaum eingeparkt , wird auch schon der Parkschein kontrolliert, den wir ja noch nicht gelöst haben 😅. Die nette Dame besucht uns 20 min später wieder und findet auch den Schein an MIMOGs Frontscheibe 👍🏻. Die Dame eher klein, der Parkschein eher hoch 😂 🤣.

Später bummeln wir durch das Städtchen, besuchen ein Fischrestaurant und genießen panierte Austern zur Vorspeise und einen Muschelmix zur Hauptspeise. Die Buchten rund um Ston liegen sehr geschützt, sind daher ideal und auch berühmt für Austern und Miesmuschel Zucht.  

 

Gerlindes Spruch - "ich esse alles ausser Austern" ist ab jetzt ungültig. Warm und paniert sind Austern richtig, gut sagt sie 😋.

Nachtisch muss heute auch sein. Palatschinken und Karamellkuchen mit 🇦🇹 Julius Meinl -Kaffee.

Den Fehler an einer unserer Standheizungen können wir leider nicht beheben, daher dauert es immer etwas länger bis die Kabine warm wird. So auch diesen Abend 🙈.

Am Morgen wandern wir der Stadtmauer entlang und geniessen den Ausblick über die Stadt.

Im 14. Jahrhundert wurde mit dem Bau der Befestigungsanlagen begonnen. Es entstanden drei Kastelle, die durch Mauern miteinander verbunden waren. Über 40 Türme waren Teil der km langen Mauer, von der bis heute noch Teile stehen. Mit einer Länge von 5,5 Kilometern besitzt Ston die zweitgrößte, erhaltene Wehrmauer der Welt, nach der weltberühmten chinesischen Mauer.

Die Salzgewinnung in der seit der Antike betriebenen großen Meerwassersaline Ston war die Grundlage der Wirtschaft der Stadt und zeitweilig eine  der bedeutendsten Einnahmequellen Dubrovniks.

Die Reise führt in grossen Schritten weiter Richtung Norden, vorbei an schönen Städtchen, und über richtungsweisende Brücken. 

Der nächste Übernachtungsplatz an einer einsamen Bucht ist wunderschön. Martins Idee noch zu baden am Morgen wird vom kalten Wind und fehlendem Sonnenschein vereitelt. Also starten wir MIMOG recht früh und schwingen uns gemütlich auf die Piste. Die letzten Kilometer düsen wir auf der  Küstenstrasse Richtung Rijeka. Der Teil über die Berge ist nebelverhangen und kurvenreich. 

Angekommen in  Slowenien fahren wir kurz vor Gradišče pri Materiji rechts in einen kleinen Wald und landen auf dem schönen Parkplatz des örtlichen Jagd-Vereins. Für ein kleines Restaurant in der Nähe starten wir nochmals die Maschine und geniessen die ausgezeichnete Hausmanns-Kost.

Der nächste Morgen bietet Nebel und schlechte Sicht.  Vor Triest klart der Himmel auf und wir rasen Richtung Mailand. Da fragt die Fahrerin  "Italien hat doch auch Weihnachtsmärkte, oder?" Der Entscheid fällt auf  Bergamo und kurzum hat der Beifahrer einen Stellplatz gebucht.

Die Bahn bringt uns in 5 Minuten direkt zum kleinen Weihnachtsmarkt. Die Stände sind nicht spektakulär. Das Ambiente, der Glühwein und das Essen mit der tollen, beheizten Sitzecke ist jedoch wirklich gemütlich. Als Nachspeise hat sich Martin noch seinen geliebten Baumkuchen geholt 😋. Für uns ungewöhnlich sind die vielen Afrikaner die es in der Stadt hat.

Bergamo ist eine multikulturelle Stadt, in der Menschen aus zahlreichen Ländern zusammenleben. Dazu gehören auch Menschen aus Afrika südlich der Sahara, die sich hier als Arbeitskräfte und Studierende niedergelassen haben. Laut der Webseite MIGRANTOUR.org beträgt der Anteil der Einwanderer in Bergamo fast 17 %. 

Die Autobahn rund um Mailand hat wenig Verkehr. Die Strasse auf den Simplonpass ist schneefrei, nur die Passhöhe zeigt sich in eisiger Winterlandschaft 🥶.

Runter ins Wallis weht der Wind mit rund 50km/h. Eingeparkt am Campingplatz in Raron schüttelt es uns auch schon durch. Gerlinde war hier 2022 bereits 3 Monate einquartiert und seitdem sind neue, sehr schöne Sanitär Räume gebaut worden👍🏻. Wir sind müde und haben keine Lust zu kochen, wie schon die letzten Tage auch 😅.

Zum Abschluss des Tages genießen wir richtig gute Pizzen im Restaurant Simplonblick. 

Ursprünglich hatten wir geplant, den Autozug durch den Lötschberg zu nehmen. Doch aufgrund des Verladeprofils und der Tatsache, dass nur alle 60 Minuten ein Zug für Großfahrzeuge fährt, entscheiden wir uns für die Autobahn ins Berner Oberland. 

Angekommen in Frutigen sind wir überrascht von den vielen Verbotsschildern 🙄. Wir kennen die Gegend noch recht gut aus der Hündeler Zeit mit Bea und den anderen aus Frutigen. Am Flugplatz Reichenbach übernachten wir trotz Verbot und es hat offensichtlich auch niemand ein Problem damit 🤭.

Kalt und nebelig empfängt uns der nächste Morgen 🥶. Wir treffen uns mit Bea 😍.  Die zwei Mädels spazieren mit den Hunden eine Runde. Faro markiert umgehend das neue Rudel Mitglied 🐾 🤣. Nach einem gemeinsamen Mittagessen geht es weiter Richtung Engelberg wo wir am 24.12 mit Claudia&Markus abgemacht haben. Auf halbem Weg in Ennetmoos wird genächtigt.

Nach der kurzen Fahrt von Ennetmoos nach Engelberg sagt uns die Dame am Campingplatz, dass weder für unsere Freunde noch für uns reserviert ist 🧐 Ein klärendes Telefonat mit Claudia hat uns den Namen Leopold zugeflüstert und trara - schon spuckt das System zwei Platznummern aus 💪🏻. Wieso wissen wir nicht, dass sich Markus nicht Heller sondern Leopold schreibt 🤣? 

Kurze Zeit später spazieren wir gemeinsam mit den Hunden im Schnee. Um 1800 startet das alljährliche Krippenspiel, welches von den Einheimischen und den Leuten vom Camping gerne besucht wird. Später sitzen wir gemütlich bei Raclette (Kerzenöfen) zusammen. Einfach schön 🤩 und MIMOG ist auch mal richtig gefüllt mit Claudia&Markus, Gerlinde&Martin,  🐕 Beppa & 🐕 Aero und  🐈 Milo.

Nach dem Essen schulen uns die Zwei in das Spiel Brändi Dog ein. Nach der langen ersten Lernrunde spielen wir eine zweite Runde, die Claudia&Gerlinde im Schnelldurchgang gewinnen💪🏻😂. So schnell ist es nach Mitternacht und alle kriechen unter die Bettdecken. Sehr schöne Weihnachten hatten wir hier in Engelberg!!!

Der Morgen beginnt mit einem Lachanfall von Martin -  😂.   Die Macht der Worte im digitalen Zeitalter. Zitate, Memes und virale Posts haben die Fähigkeit, Emotionen hervorzurufen, Diskussionen anzustoßen und Menschen miteinander zu verbinden. 

Da ja unsere Standheizung, die gleichzeitig das Kühlwasser des Motors miterwärmt, defekt ist, hustet MIMOG beim Start etwas. Das dauert nur kurz und danach ist auch die Rauchentwicklung nicht mehr schlimm. Wir bezahlen (viel) und fahren weiter Richtung Wädenswil.

Familie Gut trifft sich am 25.12 zum traditionellen Fondue Chinoise. Nach ein paar gemütlichen Stunden im Familienkreis gehts weiter zu Martins Tochter und den Enkelkindern. Sohn Simon ist leider nicht dabei, er arbeitet. Die Nacht verbringen wir, wie immer wenn wir alles mit haben, am Flughafen Wangen, der direkt am Zürichsee liegt 🦆.

Vorgesehen war, dass wir mit Stefanie und den Enkelkindern Mailin&Elvis gemeinsam Frühstücken und dann noch etwas unternehmen. Leider war die Nacht sehr unruhig für Stefanie, beide Kinder sind krank. Schade, aber wir kommen ja auch wieder und freuen uns schon sehr darauf😍❤️.

Also fahren wir einen Tag früher zu  Martins Mutter in den  Aargau, kochen gemeinsam zu Abend und Frühstücken bei Ihr. Es gibt viel zu erzählen und wie schon viele Male vorher gibt es wieder ein Abschiedsgeschenk, welches wir SEHR GERNE annehmen🤩. Vielen Lieben Dank für die tollen Socken!

Wir fahren ostwärts und bereits am frühen Nachmittag treffen wir in Bad Waldsee 🇩🇪 ein. Im Edeka gibt es die erste "Leberkässemmel" seit 104 Tagen 😋, der Hammer🤩. Wir sind aber nicht wegen dem Leberkäs in Bad Waldsee -  sondern wegen dem Erwin Hymer Museum, dass wir jetzt besuchen 😁.

Das Museum zeigt mehr als 80 Oldtimer und historische Freizeitfahrzeuge aus aller Welt. Die Ausstellung ist wirklich gut aufgebaut und zeigt viele Fahrzeuge von früher und jetzt. Unter anderem das in Gerlindes Familie viel erwähnte "Goggomobil" -  das gabs ja wirklich 😂.

Die Nacht verbringen wir auf dem riesigen Parkplatz vor dem Museum. Seit einer Woche sind wir nun im Nebel unterwegs und geniessen die ersten Sonnenstrahlen heute morgen. Zum Glück, den eine halbe Stunde später hat es bereits wieder dichten Nebel und das bei -5C 🥶🧊.

Die letzten 350km fahren wir in einem Stück. Adnet hat Nebel aber auch Sonne 😂. Das Wiedersehen mit Gerlindes Eltern und Dino ist richtig schön und alle freuen sich sind wir wieder daheim❤️.

Nach rund 9500km, 104 Reisetagen, 12 Ländern, einem Tages-∅ von 90km und einer  ∅- Geschwindigkeit von 35 km/h sind wir wieder gut zu Hause angekommen -  sehr schön war´s 🤩🤩🤩!! Gerlinde sagt immer sie reist wahnsinnig gerne, aber sie ist auch gerne daheim😍.

Ein paar Gedanken zum Abschluss

Wir werden immer wieder gefragt, was uns antreibt. Einige Zeilen in Kursiv aus dem Buch "Jachten der Landstrasse von 1938 von Hans Berger, einem Pionier des Wohnwagenbaus, widerspiegelt unseren Ansatz vom und zum Reisen.

 

Wir fahren Auto, um unabhängig von Bahnöfen und Flughäfen und fremden Leuten zu sein. Wir fahren, um schnell oder langsam reisen zu können, wir fahren um eben selbst zu fahren: wir wollen nicht gefahren werden.

Weil uns das Auto freier und unabhängiger macht, wollen wir auch abends nicht "gewohnt" werden, sondern wie es ganz natürlich ist, selber wohnen.

Mit dem Auto entdecken wir die Welt auf unsere eigene Weise, abseits der üblichen Touristenpfade. Es ermöglicht uns, versteckte Orte zu erkunden, spontane Stopps einzulegen und die Reise zu einem ebenso wichtigen Erlebnis wie das Ziel selbst zu machen. Diese Freiheit, die nur das eigene Fahrzeug bieten kann, lässt uns jeden Moment intensiver erleben.

Daheim sein - das ist´s! daheim sein wollen wir in der eigenen Stube, und diese eigene Stube auf Räder gesetzt, gibt uns der Wohnwagen, oder wie bei uns das Wohnmobil.

 

Das Auto gibt uns die Ferne, der Wohnwagen das Daheim.

 

Kursiv von Hans Berger, Jachten der Landstrasse, 1938