05 - 🇫🇷 Das Sturmtief Austen & Bolero und die Tage danach

Veröffentlicht am 2. November 2026 um 21:44

Nach zwei Nächten auf dem Campingplatz fahren wir nun weiter. Unglücklicherweise hatte der Campingplatz totalen Stromausfall, das Wasser in den Duschen war - 🥶. 

In Ouistreham befindet sich das Musée du Mur de l’Atlantique. Der ehemaligen 🇩🇪Hochbunker zeigt eindrucksvoll nachgestellte Szenen aus dieser Zeit. Zahlreiche authentische Ausrüstungs- und Einrichtungsgegenstände sind dort zu besichtigen. 

Weiter geht es entlang der historischen Landungsabschnitte der Alliierten während der Operation Neptune am D-Day (6. Juni 1944) im Zweiten Weltkrieg. Wir fahren an unzähligen Soldatenfriedhöfen und Museen vorbei.  Unser Stellplatz an der Omaha Beach ist unmittelbar neben zwei kleinen Unterständen die im Campingplatz integriert sind. Starker Wind schüttelt die Kabine und zusammen mit Regen ist es einfach grässlich für draussen. Einheizen, ein-igeln und gut ist es 😎!

Der nächste Morgen weckt uns mit Sonnenschein und die Küste zeigt sich in voller Pracht.  Wir geniessen die warmen Duschen und die Möglichkeiten zur Ver - und Entsorgung für MIMOG. 

Am Strand von Ravenoville machen wir einen Strandspaziergang entlang der kleinen bunten Strand-Häuser. Sonne und Regen wechseln sich ab, was uns aber nicht hindert trotzdem rund 6km auf dem immer grösser werdenden Sandstrand entlang zu wandern.

Auch Aero genießt den Strand und versucht doch tatsächlich die Boje mitzunehmen 🫣 🤪.

In einer der nächsten tollen Buchten gibt es einen kleinen Picknick Platz der extra auf uns gewartet hat 😇🤭.

Die riesige Muschelzucht von Saint-Vast-la-Hogue befindet sich hier. Gerlinde macht sich auf Phototour und kommt doch noch vor dem Eindunkeln zurück zu uns 🥰. Da das Wetter wieder schlechter wird, beschließen wir, am Folgetag ins Dorf zu wandern und dort Muscheln zu essen.

Der kommende Morgen ist grau und verhangen, so fahren wir nun doch weiter nach Barfleur. Barfleur gehört ebenfalls zu den schönsten Gemeinden Frankreichs („Les Plus Beaux Villages de France“) - von denen wir schon einige gesehen haben.

Der Camper-Parkplatz der Gemeinde, mit Blick auf die Bucht, ist sehr schön. Die Regenpause benutzen wir für einen Einkauf und die Besichtigung des Örtchens. Die Bötchen bei Ebbe sehen ganz schön traurig aus, finden wir 🙃 und der Besuch in einer Brasserie ist ein muss 🍺🍺 😋.

Am Morgen besuchen wir den Granitleuchturm von Gatteville. Imposant und eindrücklich. Wir steigen die 348 Stufen hoch und geniessen die Aussicht auf der Plattform. Während unseres Besuches klart es auf und es wird sonnig. Von oben entdecken wir sogar eine Robbe die in der Bucht unter uns schwimmt. 

Nach kurzer Fahrt landen wir in der Nähe von  Fort Joret. Das Wetter und die Ebbe lädt ein zu einem Strandspaziergang, hier entdecken wir ein Kreuz "Croix du Prométhée". Das Gedenkkreuz in Fréval erinnert an die Besatzungsmitglieder des französischen U-Bootes Prométhée, die bei dessen Unglück im Jahr 1932 ums Leben kamen oder vermisst blieben. Das U-Boot sank am 7. Juli 1932 während einer Erprobungsfahrt vor der Küste der Normandie nahe Cap Lévi, nachdem es aus bis heute nicht eindeutig geklärten Gründen rasch vollgelaufen war. Von den 56 Menschen an Bord konnten nur wenige gerettet werden. 

💩💩 --- Das sind die zwei letzten Bilder unserer Spiegelreflexkamera. Der Spiegelmechanismus hat sich verabschiedet und eine zeitnahe Reparatur ist leider nicht möglich 😢😢.

Uns Alpenbewohner fasziniert das grossartige Schauspiel von  Ebbe und Flut 🤩 hier am Atlantik. Unglaublich wie sich die Landschaft verändert wenn für einige Stunden hunderte von Metern Strand frei von Wasser werden. Jeden Tag verschiebt sich dieses Schauspiel ca um eine Stunde nach hinten. Der grösste Unterschied zwischen Flut und Ebbe ist bei Vollmond bzw. Neumond und beträgt hier in der Normandie bis zu 13 Meter Höhendifferenz. 

Während einer Berichte schreibt, kocht wer anderer  🤣 Die Tiere schlafen, und das ist schön so. Zufrieden und gut versorgt machen sie am meisten Freude 🥰

Im grossen Hafen von Cherbourg besuchen wir das Museum Cité de la Mer mit dem stillgelegte Atom-U-Boot. Das Museum ist in der früheren Bahnhofshalle für Überseefahrten untergebracht. Die direkte Anreise mit dem Zug zum Schiff, nach Übersee, war hier möglich. Der Audioguide führt durch das Boot und gibt extrem viele Informationen über das Leben, die Arbeit und auch die Technik eines Atom-UBootes.

Le Redoutable (Der Furchterregende) ist das erste französische Atom-U-Boot mit ballistischen Raketen. Es wurde 1967 vom Stapel gelassen und stand von 1971 bis 1991 im Dienst der französischen Marine. Das U-Boot war Teil der französischen nuklearen Abschreckung und konnte 16 Raketen mit nuklearen Sprengköpfen mitführen sowie Seezielflugkörper durch die 4 Torpedorohre verschiessen.

Einige Technische Daten:

  • Länge128,7 m
  • Breite10,6 m
  • Tiefgang (max.)10 m
  • Verdrängungüber Wasser: 8.080 t
  • Besatzung 135 Mann
  • Maschinenanlage Druckwasserreaktor
  • U-BootTauchtiefe, normal 350 mTauchtiefe, max.465 m
  • Höchstgeschwindigkeit getaucht 25 kn (46 km/h)
  • Höchstgeschwindigkeit aufgetaucht 20 kn (37 km/h)

Zum Säbel rasseln gegenüber anderen Atommächten ist es wohl gut sind Frankreich/ England eine kleine Atom Macht. 

Nach dem Besuch fahren wir über La Hague, entlang der Atom-Aufbereitungsanlage zur "Nez de Voidries" wo wir auf dem noch vollen Besucherparkplatz eine Platz finden. Bei Dämmerung kehrt Ruhe ein und wir genießen die Abendstimmung 😻!!

Wir fahren durch zwei kleine schnuckelige Gemeinden um zu den Dünen von Biville zu gelangen. Gerlinde meint: Wir machen einen Spaziergang und einige km später sind wir wieder mit vielen Eindrücken wieder zurück 😅. Die liegengebliebenen Panzer und die vielen Bunker erinnern wieder an diese schreckliche Zeit und an das aktuelle Kriegsgeschehen in vielen Ländern 😕. Übernachten dürfen wir hier im Naturschutzgebiet nicht und so fahren wir weiter Richtung Süden.

Hast Du die Kirche gesehen? Yep, das schauen wir uns genauer an. Die Kirche von Biville fügt sich harmonisch ins Ortsbild ein und hat zwei verschiedene Baustiele. Schade ist, dass die Kirche gesperrt ist und wir die wunderbaren gotischen Fenster nicht bewundern können. 

Wir finden einen kleinen Parkplatz, auf dem wir die Nacht verbringen. Gerlinde geht auf Erkundungstour und kehrt mit vielen Bildern zurück. Dabei entdeckt sie auch eine unversehrte, aber leere Jakobsmuschel. Bei Ebbe ergeben die noch feuchten Sandabschnitte besonders tolle Spiegelungen. Am Morgen bestaunen wir die zahlreichen Surfer, die in den Wellen unterwegs sind. Der Strand und das Meer bieten ihnen den perfekten Spielplatz.

Wie schön ein paar farbige Häuschen im späten Herbst leuchten🤩. Wir genießen den warmen Oktobertag mit bunter Aussicht 😇

Martin denkt, dass am Leuchtturm von Agnon sicher einen ruhigen und abgeschiedenen Schlafplatz gibt. Leider lassen die Schilder und die vielen Besucher dort wenig Interpretationsspielraum🙈. So fügen wir uns brav und gehen auf den offiziellen Stellplatz der Gemeinde.  Heute gibts frisch gekauftes Sauerkraut mit den normanischen Cervelats 😋.

Auf der Fahrt zum Stellplatz machen wir noch einen kurzen Halt an einer Muschelfarm. Unzählige Traktoren, Arbeiter und sogar ein Bagger sind bei Ebbe auf der riesengrossen Fläche unterwegs. Ebbe und Flut ist wirklich etwas richtig spannendes 🤩!!!