04 - 🇫🇷 Es gibt viel zu sehen 😎

Veröffentlicht am 24. Oktober 2026 um 20:21

Der Morgen ist windig und kühl. Das Ziel ist Honfleur, das uns von vielen Kollegen als absolutes "MUSS" empfohlen wurde. Auf dem Weg liegt Étretat mit seinen Auswaschungen der Steilküste.

Wie immer gilt unser erster Stop einer Boulangerie, in der wir uns leckeres Gebäck kaufen. Das Städtchen ist voller Touristen, wir gehen hoch zur Kapelle Notre-Dame-de-la-Garde und danach zurück zu MIMOG.

 

In Étretat gibt es faktisch keine Parkplätze für Wohnmobile 🤮. So parken wir den LKW an der Einfahrtsstrasse auf einen PKW Platz, und natürlich bezahlen wir dafür. Bei unserer Rückkehr steckt ein Zettelchen an der Fahrerseite, dass wir in absehbarer Zeit eine Strafe erhalten werden. Darüber Ärgern lohnt sich wirklich nicht und wir sind auch sicher nicht die Einzigen mit dieser netten Info an der Scheibe🤷‍♀️.

Wir fahren über die  Pont de Normandie am Stadtrand von Le Havre, welche gebührenpflichtig ist und parken kurz darauf auf dem Wohnmobilparkplatz in Honfleur. 

Wir schlendern durch das Städtchen und geniessen die französische Küche.

Bei einem Zwischenstoppp in Jumièges besichtigen wir bei milden Temperaturen die Ruinen der Abtei von Jumièges.

Octobre Rose ist die jährliche Kampagne zur Sensibilisierung für Brustkrebsvorsorge und zur Unterstützung der medizinischen Forschung, die vom 1. bis 31. Oktober in Frankreich stattfindet.

Die Abtei von Jumièges wurde im Jahr 654 gegründet und entwickelte sich im Mittelalter zu einem bedeutenden religiösen und kulturellen Zentrum. Nach Zerstörungen durch Normannen im 9. Jahrhundert wurde die Abtei im 11. Jahrhundert neu errichtet. Besonders bekannt sind die hohen, hellen Türme der ehemaligen romanischen Kirche, die noch heute das Landschaftsbild an der Seine prägen. Während der Französischen Revolution wurde das Kloster aufgehoben und später teilweise als Steinbruch genutzt. 

Im Innenhof des Klosters sieht Martin zum ersten Mal eine Yucca Palme mit Blüten. Unsere Zimmer Palme hatte noch nie eine Blütenpracht 🙈.

Auf dem Dorfparkplatz steht inzwischen ein kleiner Verkaufsstand an dem wir uns zwei kleine hausgemachte Apfelküchlein als Nachspeise für heute Abend kaufen😋 .

Ein Parkplatz im Wald mit einer Ausichtsplattform auf die Seine ist unser Ruheplatz für die nächste Nacht.

Die Hauptstadt der Normandie, Rouen, ist unser nächstes Ziel. Im Hafen bei der Capitanerie stellen wir MIMOG ab und gehen dann zu Fuss in die Stadt. Der Weg entlang der Seine ist ein entspannter Trab in der Fussgängerzone.  Anschliessend unser obligatorischer Stopp 🥐🥮 . Den Platz auf welchem Jeanne d'Arc (Jungfrau von Orléans) im Alter von 19 Jahren auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde, finden wir auf Anhieb. 

 

Die gotische Kathedrale macht uns sprachlos. Die unzähligen Verzierungen und Türmchen sind ein atemberaubender Anblick. Generell die Altstadt mit ihren kopfsteingepflasterten Strassen, den unzähligen Fachwerkhäusern finden wir besonders charmant und sehr sehenswert 🤩 🥰.

Das "Museum der schönen Künste" liegt auch auf unserem Weg und der Besuch ist kostenlos. 

Das Musée des Beaux-Arts de Rouen zählt zu den bedeutendsten Kunstmuseen Frankreichs außerhalb von Paris. Es präsentiert eine umfangreiche Sammlung europäischer Malerei, Zeichnungen und Skulpturen vom 15. bis zum 20. Jahrhundert. Besonders sehenswert sind Werke von Rubens, Velázquez, Géricault, Delacroix, Corot und Modigliani sowie eine herausragende Auswahl des Impressionismus mit Bildern von Monet, Sisley und Pissarro. Das elegante Museumsgebäude aus dem späten 19. Jahrhundert und die lichtdurchfluteten Säle schaffen einen passenden Rahmen für die Kunstwerke.

Nur einen Steinwurf entfernt liegt das Museum der Schmiedekunst. Wir wissen nicht, was uns dort erwartet – doch die Neugier siegt.

In der gotischen Kirche Saint-Laurent befindet sich eine weltweit einzigartige Sammlung mit 12.000 Objekten aus Schmiedeeisen – darunter Schilder, Schlüssel und Schlösser, Schmuck, chirurgische Instrumente, Werkzeuge und vieles mehr. Das muss man gesehen haben. Unglaublich was diese Schmiede mit einfachsten Mitteln alles hergestellt haben. Die Präzision der Schlüssel und Zylinder ist 🔝.

Auf dem Rückweg genießen wir an der Strandpromenade noch zwei Spezialitäten aus der Normandie und nun ist unsere rund 15km lange Besichtigung von Rouen beendet.

Die ausgiebige heisse Dusche in der Capitanerie ist morgens wegen kaltem Wasser ausgefallen 🥶 🚿.  Also weiter geht die Reise nach Giverny. Dort erleben wir, wie gut organisiertes Parken funktioniert: grosszügige Parkflächen 🚗, separate Bereiche für Reisebusse und eigene Stellplätze für Wohnmobile.

Alles ist sehr sauber, Abfallcontainer stehen bereit und die Wegweisung sind klar und gut sichtbar.

Bevor wir es vergessen, hier befindet sich das Wohnhaus und der berühmte japanische Garten von Claude Monet (1840-1927). Sein Haus ist einfach eingerichtet und der Garten ist riesig. 

Im Jahre 1893, zehn Jahre nach seiner Ankunft in Giverny, kaufte Monet das Grundstück, das seinem Besitz benachbart war, auf der anderen Seite der Bahn und Strasse. Es war von einem kleinen Bach, dem Ru, durchquert. Mit der Unterstützung der Präfektur ließ Monet den ersten kleinen Teich graben, obwohl seine Bauern Nachbarn sich dagegen wehrten. Sie fürchteten, dass seine seltsamen Pflanzen das Wasser vergiften würden.

Später wurde der Teich auf seine heutige Größe erweitert. Der Wassergarten ist asymmetrisch und gebogen. Monet liess sich von japanischen Gärten inspirieren, die er durch die Drucke kannte. Der Maler war ein leidenschaftlicher Sammler von japanischen Holzschnitten.

Claude Monet (1840–1926) zählt zu den wichtigsten Vertretern des Impressionismus. Seine Bilder zeigen häufig Landschaften, Gärten, Wasserflächen und Alltagsszenen, bei denen Licht, Farbe und die jeweilige Stimmung im Mittelpunkt stehen. Monet malte viele Motive mehrmals zu unterschiedlichen Tages- und Jahreszeiten, um die Veränderungen von Licht und Atmosphäre sichtbar zu machen. Sein Garten in Giverny in der Normandie wurde zu einer zentralen Inspirationsquelle, vor allem für die großformatigen Seerosenbilder aus seinen späteren Jahren.

Wir waren ja nicht die Einzigen, die das Haus und die Gärten besuchen 🤩. Darum funktioniert dort auch die Souvenir-Industrie 🫣.

 

Wer kennt Ihn nicht, den Camembert. Wir kennen jetzt auch den Ort wo er entstanden ist😅

Die rund 100 km Fahrt führt durch uns durch riesige Ackerflächen und tiefgrünen Weiden ins Pay d'Auge nach Camembert mit seinen 168 Einwohnern.

Die Geschichte der Entstehung, schreibt man der Bäuerin Marie Harel zu. Im Jahr 1791 soll Marie Harel den Käse unter Anleitung eines aus dem Brie geflohenen Priesters zum ersten Mal in Camembert hergestellt haben. Aber nur Camembert aus dieser Region darf sich Camembert de Normandie AOP nennen, denn dabei handelt es sich um eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Der Wegweiser beschreibt 3 weitere berühmte Weichkäsesorten der Normandie.

Das kleine Museum ist lehrreich und informativ gestaltet. Und es gibt sie, die Camembert-Kuh: nur heisst sie hier Vache Normande. Traditionell wird für den Camembert die Milch der Normannischen Rasse (Normande-Kuh) gewonnen. Diese Kühe geben zwar weniger Milch als moderne Hochleistungsrassen wie die Holstein-Kuh, aber ihre Milch hat einen höheren Proteingehalt und optimale Eigenschaften für die Käsereifung.

Natürlich degustieren wir die Käsesorten und schlendern mit unserer Beute (Käse und Cidre =🇫🇷 Apfelwein) heim. 

Heute ist der 11. Geburtstag 🎂 von Aero. Da bekommt er zur Feier ein gutes Stück Fleisch. Aber ganz ehrlich - ham und weg war es  🤪.

Zwischen den kurzen Regenschauern sammelt Gerlinde noch einige Impressionen rund um das idyllische Dorf Camembert.

2 der 4 Weichkäsesorten der Normandie kennen wir jetzt. Die zwei anderen Sorten wollen wir heute noch kennenlernen. Nach einer kurzen Fahrt erreichen wir Livarot und gehen den Rundgang durch die Käserei Graindorge. In einer Art Tunnels die quer durch die Käserei führen, kann man die Produktion verfolgen ohne die Hygienevorschriften zu verletzen. 

Anschliessend gehts wieder zurück an die Küste, zur Sicherheit auf einen Campingplatz um den ersten grossen Sturm des Jahres abzuwarten. Es werden Windgeschwindigkeiten bis zu 125km/h erwartet. 

Der Camping liegt ein wenig geschützt und so kriegen wir nicht die volle Wucht der Sturmböen ab. Die Wetterprognose klingt nicht all zu gut, also bleiben wir eine weitere Nacht hier. Während einer Regenpause schlendern wir in die kleine Ortschaft und an den Strand.