06 - 🇲🇰 - Autumn or Indian Summer 23.10.2025 - 29.10.2025

Veröffentlicht am 30. Oktober 2025 um 09:04

Um 2200 schaltet sich vor dem LKW Blaulicht an.  Die Grenzpolizei patrouilliert die grüne Grenze und macht ihren Job sehr strukturiert. Belgische Schäfer kennen sie, trotzdem steigt keiner in die Wohnkabine ein 🤭. Sehr angetan sind sie von Milo und einer der Beamten wünscht sich ein Foto mit dem Kater 😁. Kurz vor unserer Abfahrt am Morgen stattet uns die nächste Schicht noch einen Besuch ab, diesmal nur zum Smalltalk😇.

Der Grenzübertritt nach Nordmazedonien ist reine Formsache. Die Papiere der Haustiere wollen sie nicht sehen, dafür aber die Versicherungskarte vom LKW.  Da Martin selbst an der  🇨🇭Grenze viel  kontrolliert wird, fährt uns auf Reisen meistens Gerli über diverse Grenzen. 

Die prähistorische Sternwarte Kokino (20. - 12. Jahrhundert v. Chr.) liegt unweit der Grenzstation. Am Parkplatz angekommen, überrascht uns die Anzahl Autos. Aero begleitet uns und wir erkunden die beeindruckende Stätte. Der Ausblick ist atemberaubend, von der alten Warte gibt es noch wenige Steine.  Unser Nachtplatz ist soeben ausgesucht auf einem Hügel unter uns 🤩.

Abends erfreuen wir uns an der grossartigen Rundumsicht. In der Nacht beginnt es zu regnen - wieder einmal! Hauptsache nach dem Frühstück klart es auf. 

Auf der Fahrt entdecken wir immer wieder einige Schmuckstücke.

Gerlinde hat einen Ort gefunden der "Stone Doll´s" (die versteinerte Hochzeit) heisst. Wir bezahlen den Eintritt bei Tony, einem Briten der zusammen mit seiner mazedonischen Frau die Anlage in Schuss hält. Wir unterhalten uns ein wenig übers Leben in Mazedonien und seine Eigenheiten. So zum Beispiel, auch über die Bahnstrecke die in der Nähe gebaut wird und Skopie mit Bulgarien verbinden sollte. Tony meint, dass er nun 42 sei und an der Strecke wird auch bereits solange gebaut 🤔.

 

 

Oberhalb des Parks liegt ein kleines Bauerndorf, da fahren wir hin, ist ja nicht weit

 

Nach unzähligen Stopps um Äste abzuhauen für die Durchfahrt begrüsst uns 3.5 km weiter nach 2 Stunden endlich ein Dorfhund mit Gebell  🤣.

Die Machete ist super aber für die nächste Reise kommt sicher eine elektrische Motorsäge mit ins Gepäck, "ein klimaneutrales Fichtenmoped" 😂.

Die Dusche und die Aussicht nach dieser Tortur ist hervorragend. Zu Essen gibt es Gschwelti und Käse 🤗.

Der "Uresel alte" Cottage Cheese stammt noch aus dem Kühlschrank von zu Hause und siehe da, einwandfrei ist der noch 😆👍🏻. 

Kaum ist das Frühstück beendet, tauchen aus den Büschen zuerst Rinder auf, die uns neugierig beobachten und später kommt noch der Schäfer mit den Schafen und Ziegen, begleitet von den Hunden.

Auf dem Weg nach Skopje sehen wir einen markanten Hügel mit einem Bauwerk drauf. Google sagt hier ist ein Denkmal, dass jeder Reisende in Nordmazedonien gesehen haben muss ☝🏻. Zweimal muss uns das keiner Sagen, also biegen wir ab und steuern auf den Hügel zu 🚛💨.

Das Zebrnjak-Denkmal ist ein Kriegsdenkmal, das an die Schlacht von Kumanovo im Ersten Balkankrieg im Jahr 1912 erinnert. Es wurde 1937 feierlich eingeweiht, jedoch 1942 von den bulgarischen Besatzern zerstört und leider größtenteils gesprengt.

Der Sockel des Denkmals steht noch, ist frei zugänglich und hat einige sehenswerte Informationstafel im Innern. Der ungewöhnliche Grundriss ist dreieckig und auch der ehemalige, fast 50m hohe Turm hatte diese Grundform. Das Kreuz liegt nun am Boden und man kann das Dreieck noch gut erkennen. Die Vitrine mit den Gebeinen ist speziell, aber das Denkmal ist mal ganz anders und wirklich sehr sehenswert👍🏻.

Später tanken wir günstig für nur 1,07€ 🤗👍🏼 und finden uns kurz darauf unverhofft auf der Autobahn wieder. Naja, passiert halt. Vor Skopje verlassen wir die Autobahn und nutzen die Gelegenheit, um unsere Essens- und Getränke-Vorräte aufzufüllen. Das Wetter zeigt sich zwar trocken, aber ziemlich düster – daher lassen wir die geplante Fahrt zum grossen Kreuz oberhalb von Skopje sein. Stattdessen entdecken wir einen Solarpark auf einem Hügel wo wir davor einparken. Hund und Katze freuen sich über den großen Auslauf und genießen die Freiheit in vollen Zügen.

Die Zeitumstellung lässt uns etwas früher wach werden. Der Nebel hängt noch tief und nun ist die Fahrt zum Kreuz endgültig gestrichen. Die Zufahrt zum alten  Aquädukt von Skopje ist nicht ganz einfach. Mal sind die Brücken nur für 2.5 Tonnen, mal stimmt die Strassenführung nicht mit der Realität überein. 

Als wir beim Aquädukt ankommen, regnet es in Strömen. Zum Thema Müll können wir nur sagen - es hat genug davon, vor allem in besiedelten Gebieten. Ausserhalb der urbanen Gegenden ist es durchwegs  sauber. Das verschmutzte Skopje im Regen ist uns zuviel und wir reisen weiter Richtung Tetovo. Der Regen begleitet uns dabei unaufhörlich wie ein Vorhang aus Wasser.

Auch  in Tetovo zeigt sich das Wetter unverändert trüb und nass. Wir steigen zwar kurz aus, doch ein Spaziergang erscheint wenig sinnvoll. Stattdessen kurven wir die Straße hoch ins Skigebiet. 

Etwas abseits der Strasse hat es in einer Lichtung einen schönen Platz für die Nacht. Schnell noch raus mit Aero um uns danach in der warmen Hütte "einzuigeln". Der Regen prasselt nieder, die Windböen schütteln den LKW und dichter Nebel umhüllt die Landschaft. Die Nacht verläuft unruhig, doch am Morgen lichtet sich der Himmel langsam und die Sonne zeigt sich ☀️.

Auf unserem Weg nach Tetovo halten wir neben einem Denkmal an einem Brunnen an. Während wir den Wassertank füllen stoppen mehrere Autos und wir werden auf Deutsch angesprochen. Ihre einhellige Aussage: Nördlich von Skopje leben ausschließlich Albaner und die können alle Deutsch, weil sie in Deutschland, Österreich oder der Schweiz arbeiten. Jene die wir getroffen haben bezeichnen sich selbst als Deutsche 🙃😊. 

Gerlinde erwähnt seit dieser Reise öfters den Spruch den sie in einer Google Rezension gelesen hat:  "Geparkt wird dort wo´s Platz hat". Das stört hier nicht, es wird auch nicht gehupt. 

Wir parken am Friedhof, wo es ausreichend Platz gibt, und machen uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt. Dort erkunden wir zwei Moscheen, das alte Türkische Bad, die alte Brücke und einige Geschäfte und Stände.

Auf dem Rückweg kaufen wir ein und beim Metzger übersetzt eine Dame unsere Wünsche. Auch sie lebt schon 40 Jahre in Deutschland und besucht gerade Ihre Verwandten.

Achtung, es wiederholt sich: Jede Fahrt bietet etwas Besonderes zu entdecken. Dieses Mal erwarten uns frisch verschneite Berge und ein Transport, wie er bei uns selten zu sehen ist.

Am Nachmittag entfaltet der Marovo Nationalpark seine ganze Pracht. Die Herbstsonne lässt die Blätter in leuchtenden Gelb- und Rottönen erstrahlen. Unsere Tour wird zu einer Reise voller kurzer Stopps: fahren, anhalten, ein Foto machen – und wieder von vorn. 

Eine kleine Straße, die zum See hinunterführt, lädt uns dazu ein, den eigentlich geplanten Aussichtspunkt links liegen zu lassen. Kaum steigen wir aus, läuft uns ein Hund entgegen. Ein Hund – kein Problem, das können wir zusammen mit Areo bewältigen. Doch Moment, da kommt noch einer und dann noch einer. Innerhalb kürzester Zeit sind es zehn große Hunde, die uns umringen. Das Rudel ist sehr friedlich, aber ihre Präsenz ist deutlich spürbar. Sie legen sich entspannt hin und scheinen abzuwarten, was passiert.  Aero hier  füttern und vielleicht alle 10 Hütehunde auch, ist uns zu heiss 🤔. Obwohl der Platz richtig schön ist fahren wir nun doch weiter zum anderen Aussichtspunkt 🤷‍♀️. 

Die Strasse windet sich in Kehren nach oben. Der Platz für die Nacht ist erhöht inmitten von Weideland. Der Wind pfeift und es hat 3ºC. Ok, wir befinden uns auf 1800müM. Noch ein Spaziergang auf einen kleinen Gipfel und dann ist es schon fast dunkel. Der See mit dem grossen Hunde Rudel liegt unter uns.

Heute Morgen steht die Kirche am Ende des Stausees Marovo auf unserem Programm. Angeblich soll die Kirche, wenn der See vollständig gefüllt ist, zur Hälfte unter Wasser stehen. 

Wir bezweifeln, dass die Kirche die letzten Jahre mal im Wasser stand. Im inneren der Kirche, die inzwischen kein Dach mehr hat, kann man Kerzen anzünden und kleine Fresken kaufen. Vor der Kirche sind neue Sitzplätze eingerichtet.

Anschließend besprechen wir die Strecke, die uns nach Ohrid bringen soll. Nach einigem Hin und Her und durch die Einbeziehung von Straßenarbeitern entscheiden wir uns, erneut den Berg hinaufzufahren – diesmal über die R2238 und anschließend weiter auf der R29283. Gerlinde hat ein ungutes Bauchgefühl, und wie sich wenige Kilometer später herausstellt, hat sie recht. Die Straße wird zunehmend schlammiger, mit engen Kurven und großen ausgewaschenen Abschnitten. Zunächst ist der Weg doch breit genug von den Holzarbeitern, doch später flucht Gerlinde und Martin wirbelt wieder die Machete. Bei einem richtig dicken Ast kommt Martin mit der Machete nicht weiter. Wir hängen den Ast an, ziehen mit dem LKW und knacks, schon ist er ab der Ast 💪🏻.

Endlich erreichen wir Selce. Der Check rund um den LKW verläuft positiv, nichts demoliert alles ganz geblieben. Selce liegt still und verlassen. Ein langer Tag endet mit kochen und den letzten Sonnenstrahlen im Tal.