Am Morgen genießen wir die friedliche Stille in Selce, einzig eine hungrige Katze mauzt vorm LKW. Milo teilt gerne sein Futter 😁. Der im Zentrum des Dorfes stehende Brunnen aus dem Jahr 1898 sprudelt feinstes Quellwasser. Früher hat an diesem Ort vermutliche eine Mühle gestanden. Wir entdecken noch einen alten Mühlstein, können jedoch nicht herausfinden, welche Art von Mühle hier einst betrieben wurde. Auch ein alter mächtiger Nussbaum steht am Brunnen.
Für die Fahrt ins Tal bleibt die Machete in der Staubox, die Strasse ist genau Mimog breit und hoch 🤩. Wir fahren an zwei Stauseen entlang Richtung Ohrid.
Die alte osmanische Brücke entlang unserer Fahrt kann nur mit der Drohne fotografiert werden. Eingebettet in die wilde Natur und überwuchert mit Pflanzen ist kein anderer Blickwinkel frei. Der Legende nach ist hier ein von Jägern gejagter Hirsch über den Bach entkommen. Die Brücke zeichnet den Sprung des Hirschen nach.
Vor Ohrid kaufen wir ein und parken in einer Wiese oberhalb von Delogoždi. Bei milden Temperaturen und schöner Aussicht über dem Ohrid-See geht ein schöner Tag zu Ende.
In Ohrid parken wir direkt am See im Vorort Voka Bocka. Von hier aus erreichen wir die Kirche des Heiligen Johannes von Kaneo in etwa 20 Minuten zu Fuß. Anschließend gehts weiter durch die charmanten, engen Gassen hinunter zur Strandpromenade. Nach einem kurzen Bummel entlang der touristischen Einkaufsstraße, kehren wir in einer kleinen, versteckten Bar ein. Das lokale Bier, der Burger und der Toast mit Sesambrot schmecken hervorragend. Entspannt bummeln wir zu unserem Zuhause auf vier Rädern zurück.
Wir füttern 🐈 und 🐕 und starten nochmal los für eine kurze Foto- und Drohnentour. Dieses Mal ist Martin besonders dankbar, dass die Drohne über eine praktische "Heimkehr-Funktion" verfügt. In seiner Abenteuerlust wagt er sich zu weit hinaus und verliert die Verbindung zur Drohne. Doch die beruhigende Nachricht "Drone will return to home point" lässt seinen Puls schnell wieder normal werden.
Vor der Abfahrt dürfen wir noch den Umladevorgang eines Paketlieferanten auf dem Parkplatz beobachten. Die Pakete werden von weissen VW Crafter in die Pkws werfend verladen 📦💨 😜.
Unsere Fahrt unterbrechen wir für einen Stopp im Museum "Bucht der Knochen". Ein rekonstruiertes Pfahlbauer-Dorf, dessen Häuser nahezu identisch eingerichtet sind. Leider gibt es nur wenig Information. Die einzige Rundhütte im Dorf ist wohl der Treffpunkt gewesen.
Doch einen echten Hingucker gibt es: Millionen kleiner Fische, die sich lebhaft um die Pfahlbauten tummeln und dem Ort etwas Magisches verleihen. Abgesehen von der schönen Lage und den Fischen hat das Museum eher wenig zu bieten.
Die Fahrt durch den Galičica-Nationalpark bringt uns die Herbstfarben nochmals näher. Auf halber Strecke steht ein Schild mit einer 3,5t Beschränkung. Einige Kilometer danach eine Tafel mit einer 8,5t Beschränkung an dieser einzigen Strasse hier. Die Gegenfahrbahn hat kein Schild 🤪 - egal - es ist wunderschön hier!!
Auf der Passhöhe bemerken wir, dass MIMOG im Bereich des Schubrohrs zur Vorderachse Öl verliert – 😨. Offensichtlich ist unser Glücksschwein ein wenig in die Knie gegangen.
Genau jetzt haben wir leider kein Netz für die Recherche im Internet. Das gestrige Nachladen hat wohl nicht funktioniert 🧐. Die Nordmazedonien Roaminggebühren sind hoch, das lassen wir also lieber. Während der Fahrt den Pass hinunter taucht Vodafone Griechenland auf. Doch die Verbindung ist zu schwach, um eine Webseite zu laden.
Wir beschliessen Nordmazedonien zu verlassen, streichen die nächsten Ziele in Albanien und reisen heute direkt die 80 km nach Griechenland. Martin hatte für den Kühlmittelverlust, der im Moment überschaubar ist, schon vorsorglich eine Werkstatt in Larissa mit guten Rezensionen rausgesucht. Sorgen macht uns jedoch das vordere Schubrohr, da wir nicht wissen, ob wir Öl vom Getriebe oder Öl vom Differenzial verlieren. Die Fahrt über Bitola zum Grenzübergang Niki führt durch riesige Apfelplantagen.
Der Grenzübertritt steht ganz im Zeichen von 🐈 Milo. Die mazedonischen Beamten sind hin und weg und bestaunen Milo. Der Grenzverkehr kommt buchstäblich zum erliegen, nichts geht mehr vorwärts. In Griechenland die Pässe zeigen und beim Kontrollpunkt Güterverkehr werden wir weiter gewunken. Nach einer Nacht auf einem Feldweg geht die Fahrt weiter nach Larissa.
In Ptolemaida nehmen wir die Straße, die direkt durch das beeindruckende Kohlebergwerk führt. Das Kohlebergwerk Ptolemaida-Florina beherbergt eines der größten Braunkohlevorkommen Europas mit einem geschätzten Vorrat von 1,82 Milliarden Tonnen Braunkohle. Jährlich werden hier rund 49 Millionen Tonnen gefördert! Auf den renaturierten Flächen entstehen riesige Solarparks, die teilweise über 1km² gross sind.
Für Martin ein kleines Paradies. Begeistert und bewaffnet mit der Kamera steigt er aus. Die Freude währt leider nur kurz. Der Wachdienst taucht auf und erwirkt die Löschung aller Bilder unter Aufsicht 🤬. Es gibt keine Verbotsschilder rundum und im Internet gibt es unzählige Bilder von den gigantischen Baggern. Vielleicht klappt es ja beim nächsten Mal mit den Nahaufnahmen🤷🏻♂️.
In Metaxas lassen wir den Tag entspannt ausklingen. Auf einer Hochalp genießen wir die wärmende Nachmittagssonne, lauschen einem Podcast mit Fritz Messner und beobachten, wie Kühe, Rinder und Kälber gemächlich an uns vorbeiziehen auf dem Weg zu ihrem Nachtlager. Am nächsten Morgen beim Frühstück wiederholt sich das Szenario in die andere Richtung. Ein sehr idyllischer Fleck Erde.
Die Suche nach einem Parkplatz in Larissa ist nicht ganz einfach. Es ist eng und überall wird geparkt, auch auf der inneren Spur im Kreisverkehr. Wir quetschen Mimog in eine Lücke und traben bepackt mit Wäsche zu Easy- Wash. Top-Modern, gerade eröffnet, sauber und effiziente Profimaschinen. Nach rund 1,5 Stunden sind wir fertig mit den zwei Ladungen und verlassen die Stadt. An einer Olivenplantage mit Blick auf einen alten Steinbruch stellen wir ab.
Martin hat sich im Hals- und Nackenbereich leicht erkältet und verspürt einige Beschwerden. Doch dank Gerlindes fürsorglicher Unterstützung und wertvollen Tipps, geht es ihm schon bald wieder deutlich besser.
Es ist Montag und gegen zehn Uhr fahren wir zur Mercedes-MAN Garage. Der Senior-Chef begutachtet die beiden Probleme und erklärt, dass sie den Kühler heute reparieren können. Beim Ölverlust ist er sich jedoch nicht ganz sicher, dass er helfen kann, da er kein Unimog Spezialist ist. Direkt auf dem Vorplatz wird der Kühler ausgebaut.
Der Anschlussstutzen ist ausgebrochen und der 38 jährige Kühler ist auch richtig verschlammt. Bereits eine Stunde später wird der neue Kühler geliefert, eingebaut und getestet. Der Chef persönlich übernimmt die Nachkontrolle entlüftet und füllt nochmals Kühlmittel nach. Wir sind begeistert🤩!
In diesen Werkstätten wird noch richtig repariert und nicht nur grossteilig ausgetauscht. Alte Fahrzeuge werden ausgeschlachtet und Teile weiterverwendet💪🏻. Dementsprechend findet sich rundherum ein spannendes Krimskrams an verschiedensten Modellen. Wir haben auch den Eindruck gewonnen, dass man sich einmieten kann - Teile über die Garage bestellt und dann selber einbaut 😇 .
Für den Ölverlust gibt es noch keine Lösung. Der Chef der Werkstätte meint: Morgen hat er eine Lösung, wo wir hinfahren können. Wir fahren zurück zum Steinbruch, kochen eine Suppe und sind gespannt was der nächste Tag bringen wird.
Die Werkstätten rund um Larissa können unser Problem nicht lösen. Doch es gibt eine Unimog-Werkstatt vor Thessaloniki, die uns spontan dazwischenschieben würde. Perfekt! Vielen Dank nochmals, und weiter geht’s nach Thessaloniki – heute über die Autobahn 🚛💨.
Das gestaltet sich allerdings nicht so einfach, denn 🐕 Areo ist nicht überall ein gern gesehener Gast. Auch die Taxi-Unternehmen wollen Aero nicht mitnehmen. Am Ende geht aber alles gut: Wir finden ein passendes Hotel und für die Fahrt dorthin nutzen wir UBER Pet 👍🏼. Aero krümelt sich ganz klein in den Fussraum der Rückbank.
Im Hotel gibt es keine Verpflegung, also spazieren wir zum nahegelegenen Imbiss den wir auf der Anfahrt gesehen haben. Das ⭐️⭐️⭐️-Hotel ist schlicht und bräuchte dringend einen ordentlichen Hauswart. Die umliegenden Felder machen dafür die Spaziergänge mit Aero sehr einfach.
Den Tag verbringen wir in der Hotel-Lobby – und das ist unglaublich langweilig. Um 14:00 Uhr kommt die erlösende Nachricht: Wir können MIMOG um 16:00 Uhr abholen. Es ist kein UBER-PET verfügbar, daher nimmt Martin allein ein Taxi zur Werkstatt. 🐈 Milo hat die Wartezeit allein mehr oder weniger gut überstanden. Der Lärm unterm LKW während der Reparatur hat ihn wohl mehr verschreckt als vermutet. Gerlinde und Aero werden noch schnell am Hotel abgeholt und nach einer kurzen Reinigung der Kabine fahren wir 45 Kilometer Richtung Süden zu einem Bird Watch Parkplatz. Bei der Ankunft ist es bereits dunkel.
Hier noch ein kurzer Zusammenschnitt von einigen Videosequenzen 🤭.