09 - 🇬🇷 - Meeting Friends - 13.11.2025 - 19.11.2025

Veröffentlicht am 20. November 2025 um 19:07

Die Argolis dürstet. Seit Menschengedenken leidet die ansonsten fruchtbare Ebene unter Wassermangel. Die Hochebenen rund um Tripoli, wo es immer reichlich Niederschläge gibt, haben größtenteils keinen natürlichen Abfluss. Das Wasser sucht sich seinen Weg durch das Karstgestein und tritt einige hundert Meter tiefer, entweder an Land oder im Meer wieder zutage. Während die Quellen an Land schon immer genutzt wurden, mussten die Bauern jahrhundertelang zusehen, wie sich das wertvolle Nass in das Meer ergoss. 

Pausanias, der erste große Reiseschriftsteller Europas, beschrieb schon im zweiten Jahrhundert, dass die Bauern der Argolis dem Meeresgott Poseidon Pferde opferten, um eine Süßwasserquelle im Meer in der Nähe des Ortes Kiveri auf das Land zu holen.

Ein deutscher Ingenieur, Dr. Wolfgang Ständer, der lange in München gelebt hat, las dies in den 50er Jahren und war von der Idee besessen, diese Quelle, die immerhin 10 bis 12 Kubikmeter Wasser pro Sekunde bringt, nutzbar zu machen. Ende der 60er Jahre begann der Bau, und 1972 wurde die Anlage eingeweiht.

Wir geniessen den windstillen Morgen, baden und am frühen Nachmittag verlassen wir Kiveri und fahren der Küstenstrasse entlang nach Leonidio auf den Campingplatz. Treffen wollen wir Bibi & Andreas, die gerade auf ihrer neuen Baustelle sind, 7 km von uns entfernt. Räder runter und los 🚴💨 🚴🏽💨.

Rauf, runter, Kurve links, Kurve rechts 🥵 und eine halbe Stunde später stehen wir im Olivenhain an der Baustelle wo Djambo 🐾 und Pita 🐾 uns begrüssen. Die alte Marti 🐾 hebt den Kopf, beschliesst jedoch liegen zu bleiben. Kurz drauf tauchen auch Bibi & Andreas zwischen den Bäumen auf 🤩. Es ist richtig schön hier und wir sind schon gespannt, wie alles wirkt wenn es fertig ist. Nach der Baustelle nehmen uns die zwei mit hoch zu ihrem Daheim und JA, jetzt verstehen wir, was so besonders ist. Das deutlich mildere Klima, die Berge rund um Leonidio, diese grandiose Aussicht und die griechische Seele, die beide schon sehr verinnerlicht haben ❤️.

Beim Abendessen in einer Taverne in Leondio bestellt Bibi gefühlt 100 Dinge und der Tisch ist gerammelt voll. Es ist üblich, verschiedene Vorspeisen und Hauptgerichte für den Tisch zu bestellen, die dann von allen geteilt werden.

Kurz vor dem Bezahlen erhält Martin einen Anruf vom Campingplatz, unser Hund heult. Zurück am Camping wirkt Aero absolut nicht gestresst. Kein Hecheln, keine Schlitzaugen und kein nasses Deckerl. Kann also nicht schlimm gewesen sein 😎 😉.

Am Morgen nach dem Auszug aus der Sardinenbüchse, parken wir in Leonidio für einen Spaziergang durch die charmanten Gässchen. Herrlich, herrlich - wie geht es uns doch gut!

Auf Empfehlung von Bibi & Andreas fahren wir zu einer kleinen Kirche hoch über Poulithra. Oben angekommen, werden wir mit einem atemberaubenden Ausblick belohnt: das glitzernde Meer 🤩 auf der einen Seite und die Taverne, in der das heutige gemeinsame Abendessen geplant ist, auf der anderen Seite 😁. Nach kurzer Überlegung, ob wir mit dem Auto hinunterfahren oder doch lieber die Fahrräder nehmen sollen, fällt die Entscheidung auf  "wir gehen zu Fuß" 👣😁. 

Ein junges Paar aus Deutschland mit ihrem VW Bus versucht am Platz unserer Stühle zu parken. Ein grimmiger 🇦🇹 - Blick verscheucht sie jedoch blitzartig 🤨 .  5 min nach Start zur Taverne treffen wir die zwei an einem netten Platz an der Schotterpiste. Am Treffpunkt angekommen, fahren auch Bibi & Andreas vor😎. Ihr Freund Theodoros der hier in Tsitalia wohnt, erwartet uns bereits in der Taverne. 10 Jahre lebte er in Deutschland und spricht sehr gut Deutsch. 

Um 20:00 Uhr brechen wir auf und genießen eine gemütliche Wanderung durch die stille, sternenklare Nacht. Keine Wildschweine, keine Wölfe, keine Bären - nur Sterne und angenehme Temperaturen.  Leider kennen wir die Sternbilder zu wenig, nur den kleinen Wagen über Mimog können wir einfangen 🤩

Am Vormittag telefonieren die beiden Damen und Bibi & Gerlinde beschliessen von Poulithra zum Strand von Fokianos zu wandern. Andreas und Martin fahren unabhängig dorthin. Aber hoppla, wir sind ja noch hoch über Poulithra. Zusammenräumen, alles fahrbereit machen und los gehts. In Poulithra angekommen werden wir schon erwartet. Andreas setzt die beiden ausserhalb des Dorfes mit Djambo und Pita ab.

Später treffen wir uns alle wieder und ja, wir gehen essen 🤭😋. 

  • Soziale Bedeutung des Essens: Das gemeinsame Essen ("Parea") ist ein zentraler Bestandteil des Lebens in Griechenland . Es geht nicht nur um Nahrungsaufnahme, sondern um Geselligkeit, Beisammensein mit Familie und Freunden, das oft stundenlang dauert.

Heute geniessen wir die Sonne und essen draussen. Zu Sonnenuntergang trennen sich unsere Wege.

Am morgen besucht uns wieder der kleiner Mischlingshund. Wir füttern ihn mit und kurz darauf ist er verschwunden. Etwas später liegt er in MIMOGs Schatten. 🐈 Milo und der liebe Hund vertragen sich 😍. 

Wir lesen, fotografieren, schwimmen und geniessen den sonnigen Tag. Am frühen Nachmittag machen wir uns auf die Suche nach einem neuen Schlafplatz in der Nähe von Pigadi, wo wir uns zum Essen treffen. 2 km vom Dorf befindet sich ein Hügel mit einem Turm, und genau da stehen wir.

Über einen kleinen ausgeschilderten Pfad traben wir ins Dorf. Der alte Baumbestand im Dorf fällt uns sofort auf, aber so einen riesigen Feigenbaum haben wir echt noch nie gesehen 🤩.

Der Kamin im Restaurant kann von beiden Seiten befeuert werden und steht mitten im Raum, so schön! Nach dem Essen erhalten wir noch ein paar Tips von besonders schönen Orten. Auch ein Teil vom übrig gebliebenen Essen teilen wir und so hat jeder für den nächsten Tag zu Essen 😄.

Bibi und Andreas, vielen lieben Dank für die tolle Zeit mit Euch und die Erweiterung unserer Kenntnisse von Land und Leuten in Griechenland 😘. Bis bald wieder in 🇦🇹🤗.

Vollgestopft mit Köstlichkeiten treten wir im dunkeln den Heimweg auf unseren Hügel an. Die Stirnlampe lässt so manche Dinge hell erleuchten . Ganz oben stossen wir auch wieder auf den Wegweiser 👍🏻. Heute Abend hören wir ihn – den Wolf 🐺 mit blondem Fell 🤣. Hier oben stört das nicht, und es hat natürlich auch niemand deswegen angerufen 🤪.

Nächsten Vormittag fahren wir durch das malerische Landesinnere zum Küstenort Monemvasia. In einem kleinen Dorf hat uns ein charmantes Haus besonders gut gefallen. 

Die Fahrt führt uns durch beeindruckende Berglandschaften, wo Kermes-Eichen allmählich von Kiefern abgelöst werden, bevor wir wieder hinunter zu den Olivenbäumen gelangen. In Monemvasia angekommen, parken wir unser Auto und machen einen kurzen Stopp in einer Bäckerei, die rund um die Uhr geöffnet hat. Anschließend genießen wir die Reste aus der Taverne vom Vorabend. Der riesige Parkplatz gehört uns allein, und dennoch herrscht reges Treiben rundherum.

Ein Blick auf das Außenthermometer sorgt für Erstaunen: 20°C – und das schon morgens um halb acht. Trotz leichter Bewölkung und Wind wird es ein milder Tag. Wir umwandern die Insel im Uhrzeigersinn und treffen bald auf den Leuchtturm am östlichsten Punkt. 10 Minuten später sind wir im alten Monemvasia, das auch "Gibraltar des Ostens" genannt wird, und einen ganz besonderen Charme ausstrahlt.

Am Rückweg kaufen wir in der Bäckerei Olivenbrot und wieder etliches Süssgebäck ein 😋. Anschliessend fahren wir nach Neapoli um Wäsche zu waschen. Die beiden Wäschereien, die wir fragen haben keine Zeit. So werden wir erst in Kalamata in ein paar Tagen selber waschen 🤷‍♀️.  Die Fahrt geht weiter zum Geopark Agios Nikolaos. Der Park ist bekannt für seinen versteinerten Palmen und Muscheln. 

Nach dem Frühstück wandern wir raus zum Kap Maleas. Den ersten Teil mit unseren Fahrrädern und dann die letzten 2,5km zu Fuss.

Kap Maleas, eines der bedeutendsten Kaps für die Schifffahrt in Griechenland, markiert den zweit-südlichsten Punkt des griechischen Festlandes. Dieses Kap, auch bekannt als Cavo Malias, ist berüchtigt für seine häufigen Wetterumschwünge und starken lokalen Winde, die bis heute die Navigation erschweren und Schiffe oft zu Kursänderungen zwingen. 

Auf den Felsen von Kap Maleas stehen die Kirchen Agia Irini und Agios Georgios. 

An der Kirche Agia Irini ist sogar ein Schlafraum geöffnet, ausgestattet mit Taschenlampe, Isomatte und Trinkwasser. Vielleicht hätten wir da draussen sogar übernachtet 🙃, hätten wir das gewusst☺️.

Der Weg ist ausgesetzt, gut unterhalten und es geht stetig auf und ab. In Summe waren wir 10 km und 400 Höhenmeter unterwegs. Gerlinde hat Freude an den vielen Blumen die noch blühen 😄.

Zurück am LKW geniessen wir ein Bierchen. Danach geht Gerlinde Versteinerungen suchen und Martin startet mit der Zubereitung vom Abendessen.  Da fährt doch tatsächlich ein Camper in unsere Richtung und parkt wenige Meter neben uns ein. Hier ist wirklich viel Platz und wir mit Hund und Katze wollen einfach mehr Abstand haben. Also machen wir uns fahrbereit und parken 500 Meter weiter weg auf einem anderen schönen Fleck 😂🤣. Wir kochen fertig, Essen und Martin versucht danach den Bericht zu schreiben. 

Milo hat einen  Nachtfalter entdeckt und wie man sieht ist das wichtiger wie der Bericht 🤣. Von den erwähnten Versteinerungen erzählen wir dann in einer Woche, versprochen!