12 - 🇬🇷 - Leaving the Peloponnes - 03.12.2025 - 09.12.2025

Veröffentlicht am 11. Dezember 2025 um 21:10

Der Morgen startet trübe, die Regenjacke wird gebraucht. In unserer Sichtweite befindet sich eine Hotel-Appartement-Anlage mit eigener Zufahrt und Eingangskontrolle. Wir überlegen uns, wieso man so etwas macht und wer die Klienten sein könnten?

Wir fahren mehr oder weniger der Küste entlang Richtung Patras. Das Wetter ist bescheiden, ja äusserst bescheiden. Es regnet in Strömen und was wir am Morgen noch nicht wissen, es hört auch nicht auf.

Die heissen Quellen die wir ansteuern sind geschlossen, die Stromzähler abmontiert und Teile des Gebäudes bereits eingestürzt. Rund um das Gebäude hausen Ziegen 😁.

Wir fahren weiter nach Olympia, der Regen lässt nicht nach und wir sind diese Nacht die einzigen Gäste am Campingplatz 🙈. Der Besitzer ist vor Ort, weil er bei dem Wetter keine Oliven ernten kann 🙄. 

Am Morgen erkunden wir das antike Olympia und beginnen mit dem Museum zur Geschichte der antiken Olympischen Spiele. Dort erwarten uns faszinierende Ausstellungsstücke, die spannende Einblicke in die damaligen Sportarten, Auszeichnungen und die immense Bedeutung der Spiele der Antike geben. 

Anschliessend durchstreifen wir den Park mit den verschiedene Bädern, Sportanlagen und Tempeln, für die man eine gute Vorstellungskraft benötigt. Sehr viel übrig ist nicht davon. Bei nächsten kräftigen Regenschub huschen wir noch ins Archäologische Museum. 

Im Museums-Café gönnen wir uns ein Eis. Der Preis ist heiss 🧐 und werden wir nicht so schnell vergessen. Für zwei Oreos zahlen wir 12€ 🙈. Wir hätten auch vorher die Preisliste studieren können 🤪.

Draussen regnet es immer noch. Auf dem Rückweg zum Campingplatz entscheiden wir spontan, dass wir noch eine Nacht anhängen. Die zwei Hauskatzen vom Camping haben auch ein trockenes Plätzchen gefunden. 

Katze streicheln und Punsch trinken, genau passend zum Wetter 😋.

Vor der Abfahrt vom Camping kaufen wir noch 3l Olivenöl von seiner eigenen Produktion. 

Auf der Fahrt nach Patras überlegen wir ob die Brücke oder das Fährschiff die bessere Option ist über den Golf von Korinth. Die Brücke ist im Verhältnis teuer mit 30 € und wir entscheiden uns für das Fährschiff, dass nur 13€ kostet. Auch bei trübem Wetter hat die Brücke durchaus ihren Reiz 🤩.

Die Rio-Andirrio-Brücke oder offiziell Charilaos-Trikoupis-Brücke wurde 2004 eröffnet und verbindet Andirrio am Nordufer mit Rio auf dem Peloponnes über den Golf von Korinth. Sie erregte Aufsehen, weil es lange für unmöglich gehalten wurde, eine Brücke in einem Erdbebengebiet über eine 2,5 km breite und 65 m tiefe Meerenge ohne stabilen Boden zu bauen.

15 Minuten später sind wir zurück am Griechischen Festland und fahren hoch zu unseren Freunden, den Windrädern. Schon auf den letzten Reisen hatten wir an den Windrädern immer breite Anfahrten und geebnete Plätze mit guter Aussicht. So auch diesmal wieder -  der Blick zurück sehenswert 🤩

Der Spaziergang mit dem Hund ist ohne Schirm und Regenjacke geglückt, yeah 💪🏻.

Am nächsten Morgen steuern wir nach einem Einkauf zwei Klöster an. Am ersten Kloster interessiert uns die Architektur der vielen Türmchen, die wir in der Form noch nicht gesehen haben und sehr harmonisch wirkt 🤩.

Am Weg zum zweiten Kloster quetschen wir Mimog durch die Dörfer 🙈, schön langsam und vorsichtig. Das zweite Kloster ist sehr neu, erbaut im Jahr 1991. Gewidmet ist es dem römischen Bischof, Augustinus von Hippo und dem heilig gesprochenen russischen Mönch Seraphim von Sarow. Das Kloster hat einen Internet-Auftritt, einen Webshop, angeblich kein Nachwuchsproblem und im Garten zwei Emu´s und zwei Dromedare stehen. Leider war das Tor geschlossen und wir konnten nur den Gesang hören.

Rund 60km später stellen wir MIMOG umweit des Meers am Ende einer Strasse ab. Es hat aufgehört zu regnen und die Stimmung hier ist ganz besonders. Viel Platz um uns herum, im Rücken die Berge und weit in der Ferne die Rio-Andirro-Brücke. Und jemand hat für uns schon die Stühle bereitgestellt - super praktisch.

Ein heftiger Regenschauer unterbricht den Betrieb der Außenküche nicht – der Regenschirm bietet zumindest ein wenig Schutz. Trotz des Wetters gelingt es Gerlinde, die Sonne im LKW festzuhalten ☀️👍🏼.

Am Morgen erwartet uns Sonnenschein. Wir geniessen die Zeit und erkunden die Umgebung. Durch Zufall sind wir auf diesen schönen Fleck Erde gestossen, der hinter dem Dorf Kato Vasiliki liegt. Es ist schon nach Mittag als wir uns auf die Weiterfahrt machen. Unterwegs sehen wir noch unzählige Traktoren die am Strassenrand aufgereiht sind. Im Moment hat es in ganz Griechenland Bauernproteste. 

Die Bauern protestieren seit Tagen landesweit gegen hohe Produktionskosten, ausbleibende Subventionen und fordern staatliche Unterstützung. Der Protest steht auch im Zusammenhang mit Ermittlungen über Veruntreuung von EU-Agrarsubventionen.

Kurz vor dem heutigen Ziel noch eine kurze Schrecksekunde. Das Lichtsignal bei einer langen Baustelle auf einer Dammstrasse zeigt freie Fahrt an und in der Mitte treffen wir auf Gegenverkehr 😥. Kreuzen geht nicht. Gerlinde steigt aus und mit Hilfe eines Fahrers des Gegenverkehrs reissen sie eine Absperrung aus und machen mehr Platz für MIMOG. Es wird geholfen und nicht gehupt!!! Tolles Griechenland!!

Unser Ziel ist das einzige Salzmuseum im ganzen Land, welches sich südlich von Mesolongi in der Lagune befindet.  Es lohnt sich - unterstützt und aufgebaut von einer Privatperson erfährt man viel über Salz, Salzgewinnung und die Salzarten. Im Museum werden auch die Salzbergwerke in Hallein und Hallstatt erwähnt und es wird auch Salz aus dem Salzbergwerk  Bex (🇨🇭) gezeigt.

Anschliessend gehen wir noch auf Fototour und testen die Kamera und auch ihre Möglichkeiten. Es ist windstill und die im Moment brachliegenden Salzseen spiegeln die ganze Umgebung. 

Wir gönnen uns heute ein Nachtessen im Fischrestaurant 50m von uns, mit sehr guten Rezensionen 😋.

Am nächsten Tag radeln wir in der malerischen Lagune rundum – ein Erlebnis . Wir entdecken Fischzuchten, eine faszinierende Vielfalt an Vögeln wie Flamingos, Löffler, Eisvögel, Pelikane und Kormorane und und und ...... sowie Libellen und vieles mehr. Außerdem hat es Pfahlbauten, Fischer gehen ihrer Arbeit nach und ein Jäger versucht  vermutlich einen Fischotter mit Schrot zu verjagen. Ein Ausflug voller spannender Beobachtungen und Naturschönheiten.

Nach 25km sind wir zurück und freuen uns auf das Bad im Meer. Tja, wenn da der Wind nicht wäre, nicht stark aber kalt. Martin wagt sich bei 19ºC Wassertemperatur und 17°C Aussentemperatur + Wind ins Meer.

"Du, wir haben doch heute einige tolle Schlafplätze gesehen, wollen wir nicht wechseln?"  Klar, und so fahren wir gegen vier Uhr nachmittags auf die andere Seite der Lagune. Wir parken ein und steigen erst gar nicht aus👀. Umzingelt von Steckmücken entscheiden wir uns für Rückzug und Retourfahrt auf unseren alten Schlafplatz.

Ist eigentlich logisch, hat es viele von den Viechern = Vogelfutter 🙈🤣.   Brrrrr -  hat uns gegraust!!!

Gestern wollten wir eigentlich Anchovis (Sardellen) essen. leider hat es keine mehr gehabt. Und heute hat es leider auch keine, da der Fischer keine fangen konnte. Egal, wir gönnen uns trotzdem nochmal ein Nachtessen im Fischrestaurant. Gerlinde sucht sich zusammen mit dem Kellner zwei Doraden aus, die wir mit verschieden Vorspeisen kombinieren, genau so, wie wir es von Bibi und Andreas gelernt haben. Das Feuer im  offene Kamin strahlt wohlig warm an unseren Tisch 😍.

Der Morgen ist wieder wunderschön. Die Fischer werfen die Netze aus und einige "Wendefahrer" sind schon unterwegs.  Wir haben in den vergangenen Tagen unzählige griechische Autos gesehen, die von der Stadt an den Strand fahren, am Parkplatz wenden und wieder zurück in die Stadt düsen  😂 -  daher haben wir diese "Wendefahrer" getauft.

 

Bei milden Temperaturen geht es weiter Richtung Lefkada. Nicht die ganze Strecke, etwa die Hälfte. Wir suchen uns einen einsamen Platz am Strand und geniessen den Nachmittag mit Baden und unsern vierbeinigen Begleitern.

Bei einem Zwischenstopp entdecken wir  freilaufende Schweine die gemütlich durch das Gestrüpp grunzen. Mit etwas Respekt vor Mama Schwein, die uns genau beobachtet hat, konnten wir doch ein Glücksbild vom kleinen Ferkel knipsen 😍. 

Und weil das ja eben ein Glücksschwein war, steht auf unserem einsamen Strand eine einzige blühende Schwertlilie auf der sich gerade eine Wildbiene (schwarze Holzbiene) tummelt 🤩.

Den Sonnenuntergang und die Dämmerung geniessen wir im MIMOG. Unsere Sicht aus dem "Wohnzimmer" 🤩.